Forschungsschwerpunkt

Wir befassen uns mit dem zentralen Thema, wie wir Bewegungen bzw. Handlungen planen und ausführen, besonders wenn diese Werkzeuge oder Objekte involvieren.  Unser Ziel ist Anwendungsstudien voranzubringen, die einen tatsächlichen klinischen Bedarf bedienen, um somit zentrale Problemstellungen unserer alternden Gesellschaft zu bearbeiten. Gleichzeitig möchten wir die zugrundeliegenden Mechanismen im Gehirn erforschen.

Werkzeuggebrauch

Jeden Tag benutzen wir eine Vielzahl an Objekten und Werkzeugen. Nach Hirnschädigungen kann jedoch beispielsweise die Integration von erlerntem Werkzeuggebrauchswissen  in einen Handlungsplan gestört sein.  Eine Folge davon kann die so genannte Gliedmaßenapraxie sein, bei der es so wirkt als hätte der Patient sein Wissen darüber verloren, wie man angemessen Werkzeuge auswählt und benutzt.  In Deutschland betrifft dies jährlich ca 30.000 Patienten mit Schlaganfall. Das Vorliegen einer Gliedmaßenapraxie ist ein Faktor, der stark die Abhängigkeit von Hilfe im täglichen Leben beeinflusst. Mit unserer Forschung möchten wir einen Beitrag zur Diagnostik und der Rehabilitation dieser Störung leisten. Eine weitere Spezifizierung der unterschiedlichen Subkomponenten bzw. integrativen Prozessen der Gliedmaßenapraxie soll dazu beitragen,  das heterogene Störungsbild besser zu erfassen und zu verstehen.

Unterschiedliche Handlungsrouten

Es gibt zwei Routen im Gehirn, die maßgeblich zur Produktion von Handlungen beitragen. Einen Aspekt, den wir untersuchen möchten, ist, wie wir diesen Befund für die Rehabilitation von Defiziten in der Motorischen Kognition nutzen können. Wenn eine Route geschädigt ist, (wie) können wir dann die andere nutzen? Weiterhin interessiert uns, welche zugrundeliegenden Mechanismen die Effizienz modulieren bei regel- versus planbasiert ausgeführten Handlungen.

Entscheidungen in der Motorischen Kognition

Ist die Tasse noch in Reichweite? Für Entscheidung, ob solche Bewegungen möglich sind, benötigen wir eine intakte Handlungsplanung. Hinweise in der Umgebung, sowie das Wissen über unsere körperlichen Fähigkeiten spielen dabei eine besondere Rolle (so genannte Affordanzwahrnehmung). Wahrnehmungs- und Handlungsprozesse sind dabei eng miteinander verwoben. Wir möchten untersuchen wie kognitive bzw. körperliche Einbußen aufgrund von Alterungsprozessen oder einer plötzlich vorliegenden Lähmung nach Schlaganfall diese Fähigkeiten beeinflussen. Ausserdem interessiert uns, welche neuronalen Netzwerke bei diesen Entscheidungen essenziell mitwirken und wie die beiden Hirnhälften sich daran beteiligen.